20.11.2018


Ministerium streicht Förderung für Forschungsstelle für Gerontologie

Dortmund (wh). Die Forschungsstelle für Gerontologie (FFG) an der TU Dortmund muss sich neue Geldgeber suchen. Denn gemäß dem Haushaltsentwurf 2019 soll die institutionelle Förderung durch das NRW-Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales zum 31. Dezember 2018 eingestellt werden.

„Wir haben aktuell sehr gute Entwicklungspotenziale. Umso schwerer trifft uns der Wegfall der Förderung“, sagt Institutsdirektor Professor Christoph Strünck. Zwar habe das Ministerium zugesichert, dass das laufende Projektgeschäft nicht gefährdet sei. Doch für die Zukunft müsse ein neues Modell entwickelt werden.

330.000 Euro hatte die Forschungsstelle jährlich erhalten. Nun will das Gesundheitsministerium die bisherigen Zuwendungen streichen, weil es angesichts der demografischen Herausforderungen die Alten- und die Pflege-Politik des Landes neu ausrichten will. „Dabei ist es wichtig, die Landesmittel noch zielgenauer und fokussierter einzusetzen. Dafür bietet sich weniger eine institutionelle Förderung im Sinne einer Vorhalte-Finanzierung an“, teilt ein Sprecher des Ministeriums mit.

Als von der Universität unabhängiges Institut ist das FFG auf Fördermittel zusätzlich zu Drittmittelprojekten angewiesen. Laufende Ausgaben wie Verwaltung und Öffentlichkeitsarbeit können nicht ausschließlich aus Projektmitteln bestritten werden.

Am Institut für Gerontologie forschen und beraten Wissenschaftler der Fachrichtungen Soziologie, Gerontologie, Politikwissenschaft, Psychologie und Erziehungswissenschaft interdisziplinär zu Fragen der demografischen Entwicklung und der Gestaltung alternder Gesellschaften. „Mit unseren Themen sind wir gut aufgestellt. Wir entwickeln uns weiter und sind praxisnah“, sagt Strünck. Das Institut ist zum Beispiel aktuell am Projekt „Our Puppet“ beteiligt, in dem eine interaktive Puppe Menschen pflegende Angehörige von Demenzkranken unterstützen soll. Beim Gesundheitszentrum Spork bei Bocholt im Kreis Borken geht es unter anderem darum, wie Gesundheitsbegleiter für ältere Menschen im ländlichen Raum ausgebildet werden können.

Pressekontakt:
Prof. Dr. Christoph Strünck, Forschungsgesellschaft für Gerontologie e.V., Telefon: 0231/72848810, E-Mail: Christoph.Struenck[at]uni-siegen.de