21.12.2018

Abschied von der Kohle: Bundespräsident Steinmeier kommt zu Festakt in Bottrop

Bottrop (wh). 200 Jahre Industriegeschichte enden heute (21. Dezember) in Bottrop. Mit Prosper-Haniel stellt dort die letzte Zeche Deutschlands offiziell ihren Förderbetrieb ein. In einer Abschiedszeremonie übergeben Bergleute am Nachmittag das letzte dort geförderte Stück Steinkohle an Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

Bei dem Festakt werden NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, weitere Kabinettsmitglieder und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker erwartet. Auch Dr. Hans-Christoph Seidel, Geschäftsführer des Instituts für soziale Bewegungen der Ruhr-Universität Bochum, wird dabei sein. Im Interview mit dem Nachrichtendienst „Westfalen heute“ erinnert er an die Bedeutung der Steinkohle für das Ruhrgebiet.

Die Region würde ohne den Bergbau so nicht existieren, sagt Seidel. Mit dem Ende der Förderung gehe zudem ein Stück Kultur verloren. Doch der Strukturwandel biete auch Chancen, wie bereits einige Städte bewiesen haben, ist der Sozialwissenschaftler überzeugt. So habe Bochum, einst die größte Bergbaustadt Europas, den Wandel weitestgehend vollzogen.

Die Forschung an dem Institut geht auch nach dem Ende der Steinkohlenförderung weiter. Aktuell arbeiten die Wissenschaftler an einem digitalen Gedächtnis des Bergbaus. Hierzu wurden mit Bergleuten biographische Interviews geführt, die nun wissenschaftlich ausgewertet und didaktisch aufgearbeitet werden sollen.

Auch an der Bottroper Zeche Prosper Haniel kommt nicht sofort der Deckel auf die Schächte. Zunächst werden noch einige Maschinen sowie die wassergefährdenden Teile und Betriebsstoffe ans Tageslicht geholt. Erst danach ist endgültig Schluss.

Das Interview mit Dr. Hans-Christoph Seidel lesen Sie hier.

Lesen Sie auch im Bereich "Politik/Wirtschaft"

WESTFALENSPIEGEL im Abo regelmäßig lesen!